HörenKrankheiten

Druck auf den Ohren

Druck auf den Ohren


Ursachen und Behandlung von Ohrendruck. Auf einem Flug oder im Fahrstuhl hat vermutlich schon fast jeder einmal einen Druck im Ohr erlebt – das unangenehme Gefühl, wenn man nur noch dumpf und wie durch Watte hören kann. Das Ohr wirkt wie verstopft. Druck auf den Ohren kann jedoch noch andere Ursachen als eine Druckveränderung haben. In manchen Fällen deutet der Ohrendruck auch auf ein gesundheitliches Problem oder eine Krankheit – beispielsweise eine Mittelohrentzündung – hin. Hält der Druck im Ohr länger an oder kommen weitere Symptome wie Ohrenschmerzen, Hörverlust oder Ohrgeräusche dazu, sollte daher ein HNO-Arzt aufgesucht werden.

Die harmlose Variante von Ohrendruck entsteht durch eine relativ schnelle Höhenveränderung. Fast jeder hat das unangenehme Gefühl schon einmal erlebt, wenn das Ohr zu geht. Typische Situationen, in denen es zu Druck im Ohr durch Luftdruckveränderung kommen kann, sind:

  • Start und Landung in einem Flugzeug
  • Fahren mit einem Fahrstuhl
  • Fahrgeschäfte auf der Kirmes oder im Vergnügungspark
  • Tauchen
  • Bergsteigen
  • Autofahrten im Gebirge
  • Fallschirmspringen
  • Bungeejumping

In der Regel verschwindet der Ohrendruck nach einer Höhenveränderung relativ schnell von alleine. Mit einigen Tricks kann man ein wenig nachhelfen:

  • Gähnen
  • Kaubewegungen mit dem Kiefer
  • Schlucken
  • Festes Auspusten bei zugehaltenen Nasenlöchern und geschlossenem Mund (Valsalva Methode)

Mit ein paar Verhaltensregeln kann man den verstopften Ohren durch Druckveränderungen vorbeugen – zumindest teilweise. So sollte man beim Überwinden von Höhenunterschieden stets den Mund geschlossen halten, da der Druckausgleich so leichter fällt. Viel trinken und die Verwendung befeuchtender Nasensprays sowie das Kauen von Kaugummi können ebenfalls helfen.

Krankheiten, die zu Druck auf den Ohren führen können

In verschiedenen Situationen ist Druck auf den Ohren also völlig normal und nicht behandlungsbedürftig. Doch Ohrendruck kann auch Symptom verschiedener Krankheiten sein. Dazu gehören unter anderem:

  • Erkältung: Häufig wird eine nahende Erkältung von einem unangenehmen Druck im Ohr angekündigt, der auch von leichten Ohrenschmerzen begleitet werden kann.
  • Paukenerguss: Ist die Ohrtrompete blockiert, wie es häufig bei Atemwegsinfekten, Entzündungen im Nasen-Rachen-Raum oder Allergien der Fall ist, kann sich in der Paukenhöhle Sekret ansammeln. Diese Flüssigkeit sorgt oft für ein unangenehmes Völlegefühl im Ohr, zudem hören wir dabei oft schlechter.
  • Mittelohrentzündung: Auch bei Entzündungen im Mittelohr kann es dazu kommen, dass sich Sekret sammelt oder die Schleimhaut anschwillt. So entsteht das Gefühl von Ohrendruck.
  • Gehörgangsentzündung: Ist der äußere Gehörgang entzündet, kann es zu Schwellungen des Gewebes kommen. Diese sorgen dafür, dass sich das Ohr verstopft anfühlt.
  • Fremdkörper und Pfropfen aus Ohrenschmalz im Ohr: Wird der Ohrenkanal blockiert, beispielsweise durch einen Fremdkörper oder einen Ohrenschmalzpfropfen, kann ebenfalls ein Druckgefühl im Ohr entstehen. Wenn Sie unter einer Überproduktion von Ohrenschmalz leiden, können Sie überschüssiges Ohrensekret mit Ohrenspülungen sanft entfernen – oder die Ohren professionell beim HNO-Arzt reinigen lassen.
  • Hörsturz: Die genauen Ursachen für einen Hörsturz sind nicht geklärt. Neben einem Ohrendruck treten auch Symptome wie einseitiger Hörverlust und Ohrgeräusche auf.
  • Morbus Menière: Die Menière-Krankheit führt neben Schwindelanfällen und Tinnitus auch zu Druck im Ohr. Die Behandlung von Morbus Menière erfolgt mit Medikamenten; in schweren Fällen ist auch ein chirurgischer Eingriff möglich.
  • Kieferprobleme: Verspannungen der Kiefermuskeln oder Blockaden im Kiefergelenk können Ohrendruck verursachen. Der Kieferorthopäde kann hier weiterhelfen.
  • Probleme des Bewegungsapparates: Vor allem Verspannungen, Blockaden und Fehlstellungen der Halswirbelsäule können dazu führen, dass die Ohren zu gehen. Eine physiotherapeutische Behandlung kann die Ursachen häufig beheben.
  • Anatomische Besonderheiten im Nasen-Rachenraum: Die Ohrtrompete spielt bei der Entstehung von Druck im Ohr oft eine zentrale Rolle. Ist sie von Natur aus zu eng, kann dies ebenfalls Ursache von Ohrendruck sein. Eine angeborene Verkrümmung der Nasenscheidewand kann dasselbe bewirken.

Wann sollte man bei Ohrendruck zum Arzt gehen?

In vielen Fällen ist der Druck auf den Ohren harmlos. Halten die Beschwerden jedoch länger an, kehren sie häufiger wieder oder treten zusätzlich Symptome wie Ohrenschmerzen, Hörverlust, Ohrgeräusche oder Schwindel auf, sollte zeitnah ein HNO-Arzt aufgesucht werden. Zögern Sie nicht zu lange: Der Druck im Ohr kann ein Symptom für eine ernsthafte Krankheit sein, die zu einer dauerhaften Schwerhörigkeit führt, wenn die richtige Therapie nicht rechtzeitig eingeleitet wird. In diesen Fällen können moderne Hörgeräte dem Hörverlust entgegenwirken – dazu sollte es jedoch am besten gar nicht erst kommen.

Druck auf den Ohren zusammengefasst

  • Wenn das Ohr zu geht und Sie nur noch dumpf und wie durch Watte hören können, leiden Sie unter Ohrendruck. Häufig fühlt sich das Ohr dabei wie verstopft an.
  • Druck im Ohr hat oft harmlose Ursachen, beispielsweise bei einer Luftdruckveränderung, die beim Fliegen, Tauchen oder Fahrstuhlfahren auftreten kann.
  • Mit einigen Tricks kann man in diesen Fällen für einen Druckausgleich sorgen – dazu gehören Gähnen, Schlucken oder Kaugummi zu kauen.
  • Ohrendruck kann auch Symptom für eine Krankheit sein. Als Ursachen kommen unter anderem Entzündungen im Mittelohr, Paukenerguss, Morbus Menière oder Hörsturz in Frage.
  • Auch andere gesundheitliche Probleme im Bereich des Kiefergelenks oder der Halswirbelsäule können Ohrendruck auslösen.
  • Bei länger anhaltendem Ohrendruck oder weiteren Symptomen wie Ohrenschmerzen, Schwindel, Hörverlust oder Ohrgeräusche sollte zeitnah der HNO-Arzt aufgesucht werden.
  • Der HNO-Arzt kann eine differenzierte Diagnose stellen und die richtige Therapie durchführen.
  • Ohne eine konsequente Behandlung können viele der Krankheiten zu dauerhafter Schwerhörigkeit führen – daher ist die frühzeitige Therapie besonders wichtig.

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