Hörgeräteakustiker

Die Hörgeräteakustiker-Ausbildung

Hörakustiker: Beruf mit Zukunft – und jeder Menge Abwechslung. Wie zufrieden Patienten mit ihrem Hörsystem sind, hängt nicht allein von der technischen Qualität des Gerätes ab – sondern auch vom Hörakustiker! Die individuelle Bedarfsermittlung, die kompetente Beratung und die präzise Anpassung sind wesentliche Faktoren einer erfolgreichen Hörgeräteversorgung. Dafür braucht man Spezialisten, die technisch versiert und immer auf dem neuesten Stand sind; Fachleute, die Freude am Umgang mit Menschen haben und gern helfen. Wer sich für einen vielseitigen Beruf interessiert, in dem es ständig etwas Neues zu lernen gibt – der ist vielleicht der richtige Kandidat für die Ausbildung zum Hörgeräteakustiker!

Hörgeräteakustiker ist ein medizinisch-technischer Beruf. Aber was macht eigentlich ein Hörakustiker – oder eine Hörakustikerin – genau? In der Kurzfassung: Er – oder sie – hilft Menschen, deren Hörfehler mit Hilfe neuester Technik zu korrigieren, so dass sie wieder unbeschwert am Leben teilhaben können. Wie sieht der Arbeitsalltag eines Hörakustikers aber nun genau aus?

Berufsbild des Hörgeräteakustikers

Tatsächlich ist das Tätigkeitsfeld in diesem Beruf sehr breit gefächert und umfasst handwerkliche Aufgaben ebenso wie Beratungsleistungen. Hier einige Beispiele für die Arbeitsbereiche eines Hörakustikers:

  • Kundenberatung und Bedarfsanalyse: Jeder Kunde hat ein persönliches Anliegen. Der eine möchte nur sein Gehör routinemäßig überprüfen lassen, der nächste braucht sein erstes Hörgerät. Ein anderer wiederum hat bereits ein Hörsystem, doch irgendetwas hat sich verändert, denn er ist nicht mehr so zufrieden wie vorher. Viele sind auf der Suche nach passendem Zubehör. Manche Kunden haben gar keine Hörprobleme, sondern möchten sich über das Thema Gehörschutz informieren, weil ihr Schlaf so leicht ist oder sie in ihrer Freizeit Motorrad fahren. Auf all diese Menschen geht der Akustiker ein und ermittelt genau, wie der individuelle Bedarf des Kunden ist – und wie ihm am besten geholfen werden kann.
  • Hörtests: Zu den Standardangeboten jedes Hörakustik-Fachgeschäftes gehört der professionelle Hörtest, auch Audiologische Messung genannt. Mit modernen Technologien wird ein exaktes Hörprofil des Kunden erstellt, das genau abbildet, in welchen Frequenzbereichen die Hörschwäche besteht und wie stark sie ausgeprägt ist. Hörtests sind wichtig für die Auswahl und die Anpassung des Hörsystems, aber sie werden auch zur regelmäßigen Kontrolle des Hörvermögens durchgeführt. Denn: Je früher eine beginnende Hörschwäche bemerkt wird, desto besser kann man sie behandeln.
  • Auswahl von Hörsystemen: Auf Basis einer Bedarfsanalyse und der Audiologischen Messung empfiehlt der Hörakustiker ein geeignetes Hörsystem. Das klingt einfacher, als es ist – denn dafür ist eine umfassende Kenntnis der vielen verschiedenen Hörgeräte notwendig, die auf dem Markt erhältlich sind. Natürlich muss ein Hörakustiker sich in diesem Bereich auch kontinuierlich fortbilden, um stets auf dem neuesten Stand der Technik zu sein.
  • Anpassung: Jedes Hörsystem ist nur so gut wie seine Anpassung an das Gehör des Kunden. Heute wird der Hörakustiker dabei von einem Computer unterstützt.
  • Einweisung in das Hörgerät: Vor allem bei der Erstversorgung mit einem Hörsystem zeigt der Hörgeräteakustiker seinen Kunden die Handhabung und Pflege des Gerätes. Wer den Umgang bereits kennt, wird in die Eigenheiten seines neuen Hörgerätes eingewiesen.
  • Ohrabformung nehmen: Individuell angefertigte Ohrpassstücke, sogenannte Otoplastiken, werden häufig in Kombination mit einem Hörgerät gekauft. Hierfür fertigt der Hörakustiker einen Ohrenabdruck seines Kunden an. Manche spezialisierten Hörgeräteakustiker stellen die Otoplastiken für ihre Kunden selbst her – eine handwerkliche Arbeit, die feinmechanisches Geschick erfordert. Üblicher ist die Übergabe dieser Arbeit an ein Otoplastisches Labor.
  • Serviceleistungen: In der Regel übernimmt ein Akustiker auch alle Serviceleistungen rund um Hörgeräte. Das geht vom Batteriewechsel über die professionelle Reinigung bis hin zu Reparaturen und Wartungen. Manche Hörakustiker bieten darüber hinaus auch Hausbesuche für Menschen an, die nicht mehr selbstständig ins Fachgeschäft kommen können.
  • Handwerkliches: Zu den Aufgaben eines Hörakustikers gehört auch die Hörgeräte-Reparatur. Handwerkliche Tätigkeiten wie Löten und Fräsen sind daher auch fester Bestandteil des Berufsalltags.
  • Spezielle Leistungen: Mit einer entsprechenden Zusatzausbildung können Hörakustiker spezielle Leistungen anbieten, beispielsweise eine Tinnitustherapie, eine Implantat-Betreuung oder eine Hörgeräteversorgung bei Kindern.
  • Kaufmännisches: Auch Büroarbeit gehört zum Job eines Hörakustikers: Korrespondenz mit den Krankenkassen, Abrechnungen oder Erstellung von Kostenvoranschlägen.

Vorteile der Ausbildung zum Hörgeräteakustiker

Aber was spricht nun dafür, eine Hörakustiker-Ausbildung zu machen und in diesem Beruf zu arbeiten? Tatsächlich gibt es viele gute Gründe, Hörgeräteakustiker zu werden:

  • Keine Chance der Langeweile: Der Beruf des Hörakustikers hat wenig Platz für Langeweile, da er viele Tätigkeiten aus unterschiedlichen Bereichen vereint: Technik, Handwerkliches, Kaufmännisches und natürlich der direkte Kontakt zu vielen interessanten Kunden.
  • Menschen und Technik: Die Hörakustiker-Ausbildung ist ideal für alle, die sich sowohl für Technik als auch für Menschen interessieren. Es gibt nur wenige Berufe, in denen man beides so hervorragend miteinander verbinden kann.
  • Sinnvolle Tätigkeit: Als Hörakustiker helfen Sie Menschen, wieder besser zu hören – und leisten damit einen wichtigen Beitrag zu mehr Lebensqualität.
  • Sicherer Arbeitsplatz: Das Nachlassen des Hörvermögens ist Teil des natürlichen Alterungsprozesses. Daher wird es immer Bedarf an Hörakustikern geben – vor allem in einer Gesellschaft, die zunehmend altert. Gleichzeitig werden Hörgeräte immer diskreter und die psychologische Tragebarriere damit kleiner – der Markt für Hörgeräte hat also eine hervorragende Zukunftsperspektive!
  • Ganz nah an der Technik der Zukunft: Die Fortschritte in der audiotechnologischen Entwicklung sind rasant – und faszinierend. Mit einer Hörakustiker-Ausbildung ist man immer am Puls der Zeit und erlebt den technischen Fortschritt hautnah mit.

Voraussetzungen für die Ausbildung zum Hörgeräteakustiker

Der Beruf des Hörakustikers ist also sehr zukunftsfähig und darüber hinaus abwechslungsreich. Aber gibt es für die Hörgeräteakustiker-Ausbildung Voraussetzungen – und wenn ja, welche? Die gute Nachricht: Grundsätzlich ist kein bestimmter Schulabschluss für die Ausbildung nötig. Viele Hörakustik-Azubis haben das Abitur oder Fachabitur, andere einen Realschulabschluss. Doch auch mit einem Hauptschulabschluss ist die Ausbildung zum Hörakustiker möglich. Bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz werden gute Leistungen in Schulfächern wie Physik, Biologie, Mathe, Technik oder Werken gern gesehen.

Zudem gibt es einige persönliche Eigenschaften, die man für den Beruf unbedingt mitbringen sollte. Grundsätzlich sollte natürlich ein Interesse für die Funktion des menschlichen Gehörs und die Welt der Akustik vorhanden sein. Darüber hinaus empfehlen sich auch folgende Eigenschaften:

  • Soziale Kompetenz: Als Hörakustiker braucht man nicht nur eine ausgeprägte Serviceorientierung, man sollte auch kommunikationsstark sein und gut mit Menschen umgehen können. Ein Hörverlust wird von vielen immer noch als Makel betrachtet, eine gewisse Berührungsangst gegenüber Hörgeräten gibt es auch heute noch – auch wenn sich bereits viel verändert hat. Entsprechend ist ein gewisses Einfühlungsvermögen für einen guten Hörakustiker wichtig.
  • Sorgfältige Arbeitsweise: Die Gesundheit des Menschen ist sein höchstes Gut – und der Hörsinn ist für die Teilhabe am Leben extrem wichtig. Deshalb tragen Hörakustiker eine hohe Verantwortung und müssen bei allen Aufgaben Sorgfalt und Genauigkeit walten lassen.
  • Technisches Interesse: Tiefgreifende Kenntnisse über die Anatomie und Funktionsweise des Ohres gehören zu diesem Beruf – aber vor allem auch umfangreiches audiotechnologisches Wissen. Moderne Hörsysteme sind kleine Hochleistungsrechner – ein ausgeprägtes technisches Interesse ist daher unerlässlich.
  • Gute Feinmotorik: Hörsysteme von heute sind sehr klein – und sie werden immer kleiner. Um mit ihnen professionell umgehen zu können – sie beispielsweise zu reparieren – sind eine gute Portion Fingerspitzengefühl und handwerkliches Geschick erforderlich.
  • Anspruch an die eigene Arbeit: Hörakustiker müssen an ihre eigene Arbeit hohe Ansprüche stellen – nur so können sie ihren Kunden die bestmögliche Hörsystemversorgung bieten.

Hörakustiker-Ausbildung, Hörakustik-Studium und Hörakustik-Zusatzausbildungen

Wer sich für eine Hörgeräteakustik-Ausbildung entscheidet, profitiert von sehr guten Karriere- und Weiterbildungsangeboten. Die Basis bildet die Ausbildung zum Hörgeräteakustiker. Darauf aufbauend gibt es die Möglichkeit eines Studiums, einer Meister-Ausbildung oder einer Spezialisierung, zum Beispiel zum Pädakustiker.

Das Ausbildungsangebot in der Übersicht:

  • Ausbildung Hörakustiker (Berufsschule/Ausbildungsbetrieb): Die Ausbildung findet in Deutschland im dualen Ausbildungssystem statt, das Berufsschule und Ausbildung in einem Betrieb miteinander verbindet.

    Die Berufsschule in Lübeck (Bundesoffene Landesberufsschule für Hörakustiker und Hörakustikerinnen – kurz: LBS für Hörakustik) wird in Form von Blockunterricht besucht. Der Unterricht findet in 8 Unterrichtseinheiten von jeweils vier Wochen in der Landesberufsschule Lübeck statt und vermittelt umfangreiches theoretisches Wissen. Zusätzlich durchläuft man die überbetriebliche Ausbildung an der Akademie für Hörgeräteakustik in Lübeck, die zweimal eine Woche umfasst und sich an den Blockunterricht anschließt. Die Auszubildenden werden für den Zeitraum des Unterrichts meist auf dem Campus der Akademie untergebracht. Für den Besuch der Berufsschule fallen für die Auszubildenden keine Kosten an. Die Reise-, Unterbringungs- und Verpflegungskosten werden von einigen Ausbildungsbetrieben teilweise oder gar komplett übernommen, aber nicht von allen. Daher können je nach Ausbildungsbetrieb für die Berufsschulblöcke zusätzliche Kosten anfallen. Je nach Bundesland können auch staatliche Zuschüsse für jene Zusatzkosten beantragt werden.

    Einige ausbildenden Betriebe besitzen darüber hinaus eigene Schulungszentren, in denen zusätzlich unterrichtet wird. Die Lehre in einem Ausbildungsbetrieb dauert drei Jahre und vermittelt vor allem praktische und handwerkliche Fähigkeiten. Im ersten Jahr der Akustiker-Ausbildung geht es schwerpunktmäßig um Kunden-Vorgespräche und Verkauf sowie um das technische Handwerk. Im zweiten Ausbildungsjahr stehen Hörtests und die Otoplastik-Herstellung auf dem Lehrplan. Im letzten Jahr der Ausbildung lernt ein Azubi, Patienten mit Hörstörungen intensiv zu beraten und seine technischen Kenntnisse werden vertieft. Am Ende der Ausbildung steht der Gesellenbrief.

  • Studium Hörakustik (Fachhochschule): Mit der bestandenen Ausbildung besteht die Möglichkeit, ein dreijähriges Studium zum Bachelor of Science in Hörakustik zu absolvieren. Hauptsächlich ist man für Aufgaben im Ingenieurbereich ausgebildet und kann unter anderem an der Entwicklung und Forschung von Hörsystemen eingesetzt werden. Zusätzlich kann jedoch auch der Meisterbrief während des Studiums erworben werden. Mit diesem Abschluss ist man zur Führung eines eigenen Hörakustiker-Betriebes oder eines Fachgeschäfts einer Firma qualifiziert. Auch in der Bau- und Raumakustik oder der Automobilbranche werden studierte Hörakustiker gesucht.
  • Studium zum Hörakustikermeister: An der Akademie für Hörgeräteakustik in Lübeck gibt es diesen knapp ein Jahr dauernden Studiengang, der mit der Meisterprüfung absolviert wird.
  • Zusatzausbildungen: Im Bereich der Hörakustik gibt es zahlreiche Spezialisierungsmöglichkeiten. So kann man beispielsweise Implantat-Spezialist werden oder Tinnitustherapeut. Als Pädakustiker ist man Fachmann für die Hörgeräteversorgung von Kindern.
  • Hörgeräteakustiker-Ausbildung: Gehalt und Zusatzleistungen

    Wer sich für eine Ausbildung interessiert, möchte auch wissen, mit welchem Gehalt er als Azubi rechnen kann. Je nach Betrieb kann das Gehalt eines Hörakustiker-Azubis sehr unterschiedlich sein. Im ersten Ausbildungsjahr verdient ein Azubi etwa 360 bis 560 Euro im Monat, im zweiten sind es bereits etwa 390 bis 610 Euro. Auf circa 495 bis 720 Euro kommt ein Azubi im letzten Ausbildungsjahr. In einigen Unternehmen wird ein 13. Gehalt gezahlt, zusätzlich sind Leistungsprämien und Erfolgsprämien möglich. Als fertiger Geselle schließlich sind Einstiegsgehälter von etwa 1.700 bis 2.100 Euro üblich. Abhängig von dem Unternehmen, bei dem ein Hörakustiker-Geselle angestellt ist, kann sein Gehalt bis zu 2.700 Euro betragen.

    Wo arbeiten Hörgeräteakustiker?

    Viele Hörgeräteakustiker arbeiten direkt in einem Fachgeschäft für Hörakustik. Als Meister der Hörgeräteakustik kann man sich selbstständig machen und einen eigenen Betrieb gründen. In großen Unternehmen gibt es sehr gute Karrieremöglichkeiten, zum Beispiel als Gebietsleitung oder Führungsposition in der Firmenzentrale. Doch auch in der technisch-medizinischen Entwicklung gibt es Hörgeräteakustiker-Jobs, beispielsweise bei Hörgeräte-Herstellern. Diese Möglichkeit ist ideal für alle, die ein stärkeres Interesse an der audiotechnologischen Seite des Berufes haben als an direktem Kundenkontakt.

    Wo finde ich eine Ausbildung zum Hörgeräteakustiker?

    Entweder findet man Ausbildungsstellen auf den Karriereseiten der Hörgeräteakustiker, Seiten der IHK oder bei Jobportalen wie Indeed.

    Hörgeräteakustiker-Ausbildung zusammengefasst:

    • Hörgeräteakustik ist ein medizinisch-technischer Beruf und ausgesprochen vielseitig.
    • Zu den Aufgaben eines Hörakustikers zählen unter anderem Kundenberatung, Durchführung von Hörtests, Anpassung, Reparatur und Wartung von Hörsystemen, Anfertigung von Otoplastiken und auch Kaufmännisches.
    • Gute Voraussetzungen für eine Hörakustik-Ausbildung sind handwerkliches Geschick, technisches Interesse, eine sorgfältige Arbeitsweise, hohes Verantwortungsbewusstsein und ausgeprägtes Fingerspitzengefühl im Umgang mit Menschen.
    • Bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind gute Noten in Mathe, Physik, Biologie, Technik und Werken hilfreich.
    • Die meisten Hörakustiker-Azubis haben Abitur, Fachabitur oder mittlere Reife, doch auch mit einem anderen Schulabschluss kann man die Ausbildung absolvieren.
    • Die Ausbildung zum Hörakustiker dauert drei Jahre und findet in einem Betrieb sowie in der Berufsschule für Hörgeräteakustiker in Lübeck statt.
    • Einige Ausbildungsbetriebe zahlen zusätzlich anfallende Kosten während des Berufsschulblocks und Prämienleistungen für gute Noten.
    • Ein Studium der Hörakustik sowie ein Meisterstudium können nach der Ausbildung folgen.
    • Mit einer Zusatzausbildung können sich Hörakustiker spezialisieren, zum Beispiel zum Pädakustiker oder Tinnitustherapeuten.

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