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Ohrenschmalzpfropf

ohrenschmalzpfropf

Wenn sich das Ohr auf einmal verstopft anfühlt, Sie schlechter hören und Schmerzen im Ohr haben, kann ein Ohrenschmalzpfropf die Ursache sein. Ein Pfropf aus Ohrenschmalz kann sehr hartnäckig sein – und unangenehme Symptome wie Druck im Ohr und Ohrgeräusche verursachen. Ohrenschmalzpropfen entstehen häufig durch die unfachmännische Ohrenreinigung mit Wattestäbchen.

Er klingt harmlos, doch ein Ohrenschmalzpfropf (Cerumen Obturans) kann für Betroffene sehr störend sein. Typisch für einen Pfropfen im Ohr sind Beschwerden wie beispielsweise:

  • Leichter bis stärkerer Hörverlust auf einem Ohr
  • Druck auf dem Ohr
  • Gefühl eines verstopften Ohres
  • Ohrengeräusche wie Pfeifen im Ohr oder Ohrensausen
  • Ohrenschmerzen
  • Juckreiz im Ohr
  • Ausfluss aus dem Ohr

In einigen Fällen können zu diesen Symptomen auch Schwindelgefühle hinzu kommen. Die Intensität der Symptome hängt davon ab, wie groß der Pfropf im Ohr ist und wie stark er den Gehörgang verschließt. Ein Ohrenpfropf ist grundsätzlich nicht gefährlich. Wird er nicht zeitnah entfernt, kann es jedoch zu schmerzhaften Gehörgangsentzündungen kommen. Das Ohr wird schlechter belüftet und Bakterien können sich ungehindert vermehren.

Was ist Ohrenschmalz eigentlich?

Ohrenschmalz wird in der medizinischen Fachsprache als Cerumen bezeichnet, das bedeutet so viel wie „Wachssalbe“. Das Ohrensekret wird von der Ohrenschmalzdrüse im äußeren Gehörgang produziert und besteht aus über 1.000 Einzelsubstanzen, darunter Keratin, Fettsäuren und Cholesterin. In unseren Ohren erfüllt es viele wichtige Funktionen, so pflegt es beispielsweise die Haut und hält sie widerstandsfähig und gesund.

Außerdem ist es essentiell wichtig für die Selbstreinigungsfunktion des Ohres und transportiert abgestorbene Hautpartikel und Bakterien aus dem Gehörgang ab. Grundsätzlich ist Ohrenschmalz also wichtig für die Gesundheit unserer Ohren. Deshalb sollte es nur entfernt werden, wenn der Körper zu viel Cerumen herstellt.

Wie entsteht ein Ohrenschmalzpfropf?

Es gibt verschiedene mögliche Ursachen für einen Ohrenschmalzpfropf. Eine übermäßige Produktion von Ohrenschmalz ist eine davon. Wenn die Ohrenschmalzdrüsen zu viel Ohrensekret herstellen, sollten die Ohren regelmäßig beim HNO-Arzt professionell gereinigt werden. Häufig entstehen Pfropfen im Ohr jedoch auch durch eine unsachgemäße Ohrenreinigung mit Wattestäbchen. Beim Versuch, Ohrensekret mit dem Wattestäbchen aus dem Gehörgang zu entfernen, wird das Ohrenschmalz oft noch tiefer ins Ohr geschoben und sammelt sich an.

Auch das Tragen von Ohrenstöpseln oder Hörgeräten kann das Risiko für einen Pfropf im Ohr erhöhen. Wer regelmäßig Gehörschutzstöpsel oder Hörsysteme nutzt, sollte daher auf die Ohrenhygiene besonderen Wert legen und häufiger Ohrenschmalz entfernen. Sprechen Sie Ihren HNO-Arzt an, er zeigt Ihnen die richtige Ohrenpflege und empfiehlt Ihnen geeignete Produkte!

Was tun bei einem Ohrenpfropfen?

Wenn sich das Ohr verstopft anfühlt und womöglich juckt, ist die Versuchung groß, selbst etwas zu unternehmen. Doch hier ist Vorsicht geboten! Auf gar keinen Fall sollten Sie versuchen, das Ohrenschmalz mit Wattestäbchen oder anderen Gegenständen zu entfernen. Am besten suchen Sie Ihren HNO-Facharzt auf. Er saugt das Ohrenschmalz einfach ab. Außerdem kann er die Ohren fachmännisch reinigen und desinfizieren, um einer Entzündung des Gehörgangs vorzubeugen.

Mit einem Ohrenpfropfen zum HNO-Facharzt?

Viele Menschen scheuen sich, wegen eines Ohrenschmalzpfropfens zum HNO-Arzt zu gehen, weil Ihnen das Problem zu banal erscheint. Diese Zurückhaltung ist unbegründet: Bei Ohrenschmalzpfropfen ist der HNO-Arzt genau der richtige Ansprechpartner. HNO-Ärzte empfehlen, einen Ohrenpfropfen lieber direkt vom Facharzt entfernen zu lassen, anstatt lange herum zu experimentieren und eine Gehörgangsentzündung oder Verletzungen am Trommelfell zu riskieren.

Hausmittel gegen Ohrenschmalzpfropfen

Wenn Sie den Ohrenschmalzpfropf selbst entfernen möchten, können Sie Ihre Ohren vorsichtig spülen. Weichen Sie vorher das Ohrenschmalz mit einem Ohrenspray aus der Apotheke oder aus der Drogerie auf und spülen Sie das Ohr danach mit lauwarmem Wasser gründlich aus. Am besten benutzen Sie dazu eine spezielle Ohrenspritze. Als Hausmittel haben sich auch warmes Salzwasser und Olivenöl bewährt.

  • Ohrendusche mit Salzwasser: Lösen Sie zwei Teelöffel Salz in einem Glas mit warmem Wasser auf. Träufeln Sie das warme Salzwasser in den Gehörgang. Halten Sie den Kopf dazu so geneigt, dass das Salzwasser nicht sofort wieder aus dem Ohr heraus läuft. Um das Ohrenschmalz lösen zu können, muss das Salzwasser etwa 10 bis 15 Minuten im Ohr bleiben. Spülen Sie das Ohr danach sorgfältig aus, um die Reste des Salzes zu entfernen.
  • Ohrendusche mit Olivenöl: Wärmen Sie das Olivenöl leicht an und träufeln Sie es vorsichtig in das betroffene Ohr. Dort sollte es etwa 10 Minuten einwirken und das Ohrenschmalz aufweichen. Danach spülen Sie das Ohr gründlich aus.

Vorsicht bei Tipps gegen Ohrenschmalzpfropfen

Diese Hausmittel müssen teilweise mehrfach angewendet werden, bis das Ohrensekret gelöst wird. Bedenken Sie aber: Durch den Kontakt mit Wasser kann das Ohrenschmalz weiter aufquellen und so noch hartnäckiger festsitzen. Wenn die Symptome also nach der Ohrendusche nicht vollständig verschwunden sind, sollten Sie lieber Ihren HNO-Arzt aufsuchen, um den Pfropfen entfernen zu lassen.
Häufig werden als Hausmittel auch Wasserstoffperoxid, Alkohol oder Essig genannt. Diese Tipps sind jedoch mit Vorsicht zu genießen, denn sie können die empfindliche Haut des Gehörgangs reizen und im schlimmsten Fall zu Entzündungen führen.

Ohrenschmalzpfropf vorbeugen

Mit der richtigen Ohrenpflege kann der Bildung eines Pfropfens im Ohr oft vorgebeugt werden. In der Regel wird das Ohrensekret von alleine aus dem Ohrenkanal transportiert. Sie müssen lediglich die Ohrmuschel und den äußeren Gehörgang mit einem fusselfreien Tuch oder feuchten Wattepad sanft abwischen. Mit speziellen Ohrentropfen oder Ohrensprays können Sie Cerumen, das sich im Gehörgang befindet, einweichen und mit einer Ohrendusche ausspülen.
Führen Sie niemals Wattestäbchen, zusammen gedrehte Taschentücher, Haarnadeln oder andere Hilfsmittel ins Ohr ein! Damit können Sie nicht nur einen Ohrenschmalzpfropf verursachen, sondern auch das Trommelfell verletzen.

Ohrenschmalzpfropf zusammengefasst

  • Ein Ohrenschmalzpfropf kann sich durch Symptome wie einseitige Hörminderung, Druck auf den Ohren, Ohrenjucken, Ohrgeräusche, Schmerzen und Ohrausfluss äußern.
  • Ursachen für einen Pfropf im Ohr können eine Überproduktion von Ohrenschmalz oder unfachmännische Ohrenreinigung sein.
  • Regelmäßiges Tragen von Ohrstöpseln und Hörgeräten kann das Risiko für Ohrenschmalzpfropfen erhöhen.
  • Bei Ohrenschmalzpfropfen suchen Sie am besten Ihren HNO-Arzt auf. Er kann den Pfropf im Ohr einfach absaugen.
  • Wer den Ohrenschmalzpfropfen selbst entfernen will, kann Ohrensprays und Ohrentropfen zum Aufweichen des Ohrenschmalzes und eine Ohrendusche verwenden.
  • Als Hausmittel gegen Ohrenschmalz sind Ohrenduschen mit Salzwasser oder Olivenöl geeignet.
  • Bei Hausmitteln ist jedoch Vorsicht geboten, denn Wasser kann das Ohrensekret aufquellen lassen. Manche Hausmittel können außerdem den Gehörgang reizen.
  • Um Ohrenschmalzpfropfen vorzubeugen, sollte auf eine fachmännische Ohrenreinigung geachtet werden. Bei einer Ohrenschmalzüberproduktion ist es sinnvoll, die Ohren alle drei Monate vom HNO-Arzt reinigen zu lassen.

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