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Einseitiger Hörverlust

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Hörprobleme auf nur einer Seite kommen häufiger vor, als oft angenommen wird – und sie bedeuten für Betroffene eine erhebliche Einschränkung. Denn bei einem einseitigen Hörverlust oder einer einseitigen Taubheit wird das räumliche Hören stark beeinträchtigt. Die Folge: Patienten können Geräuschquellen nicht mehr richtig zuordnen und sich in ihrer Umgebung schlechter orientieren. Wer unter einer Schwerhörigkeit auf einem Ohr leidet, sollte in jedem Fall einen HNO-Arzt aufsuchen. Ursache können Infekte, aber auch Morbus Menière oder ein Hörsturz sein – eine schnelle Behandlung ist jedoch in jedem Fall wichtig.

Zum Glück haben wir zwei Ohren – wenn ein Ohr ausfällt, ist ja immer noch das zweite da. So lautet leider häufig die Meinung, wenn es um einseitige Hörbehinderung geht. Doch das ist ein Trugschluss, denn einseitige Hörminderung führt zu massiven Einbußen in der persönlichen Unabhängigkeit und Lebensqualität. Betroffene sollten daher immer einen HNO-Arzt aufsuchen. Wird die Ursache gefunden, kann der Hörverlust unter Umständen behoben werden. Auch wenn es keine Aussicht auf Heilung gibt, sollten Patienten nicht aufgeben: Mit modernen CROS-Hörsystemen kann die Hörfähigkeit wiederhergestellt werden.

Welche Symptome hat ein einseitiger Hörverlust?

Bei einer einseitigen Schwerhörigkeit ist nur ein Ohr von einem Hörverlust betroffen. Auf dem anderen Ohr kann weiterhin ganz normal gehört werden. Die Hörminderung kann dabei sowohl plötzlich auftreten als auch schleichend sein. Je nachdem, welche Ursache dem einseitigen Hörverlust zugrunde liegt, können weitere Symptome wie Tinnitus, Ohrendruck, Ohrenschmerzen oder Schwindel auftreten.

Für eine Schwerhörigkeit gibt es immer einen medizinischen Grund, der behandelt werden muss. Je länger mit der Therapie gezögert wird, desto schlechter sind die Heilungsaussichten. Betroffene sollten sich daher nie damit zufrieden geben, dass sie auf einer Seite weiterhin gut hören, sondern stattdessen Kontakt zu Ihrem HNO-Arzt aufnehmen.

Warum ist einseitiger Hörverlust so problematisch?

Ein einseitiger Hörverlust hat auf die individuelle Lebensqualität starke Auswirkungen. Für unser räumliches Hören sind zwei funktionierende Ohren notwendig. Unser Gehirn registriert die winzigen Zeitversetzungen, mit denen der Schall von unseren Ohren aufgenommen wird, und den Einfallswinkel des Schalls in unserem Gehörgang. Auf diese Weise kann es den Standort einer Geräuschquelle berechnen. Ist ein Ohr von einer Schwerhörigkeit betroffen, funktioniert das Richtungshören nicht mehr richtig – mit möglicherweise schwerwiegenden Folgen.

Um zu verstehen, was das Thema einseitige Schwerhörigkeit für Betroffene bedeutet, kann man sich den Lebensalltag wie folgt vorstellen: Zwar hören Sie alle Geräusche noch, doch können Sie nicht oder nur sehr vage zuordnen, woher sie stammen. Wenn Sie in der Stadt unterwegs sind und ein Auto hören, können sie nicht einschätzen, wie nah es ist oder aus welcher Richtung es kommt. Das bedeutet nicht nur eine große persönliche Verunsicherung, sondern ist auch ein ernstzunehmender Risikofaktor. Betroffene können sich schlechter orientieren und Gefahren schlechter einschätzen.

Mittelohrentzündung, Hörsturz & CO – welche Ursachen für einseitigen Hörverlust gibt es?

Der Umstand, dass ein Hörverlust einseitig ist, sagt alleine nichts über seine Ursache aus. Verschiedene Ursachen können für die einseitige Schwerhörigkeit in Frage kommen:

  • Virusinfekte
  • Gehörgangsentzündungen
  • Mittelohrentzündungen
  • Paukenerguss
  • Lärmtraumata
  • Morbus Menière
  • Hörsturz
  • Schädelverletzungen
  • Ohrenverletzungen

Wie stellt der HNO-Arzt die Ursache fest?

Um der Ursache für eine einseitige Hörschwäche auf den Grund zu gehen, stehen dem HNO-Arzt verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung. In einem Anamnesegespräch stellt er dem Patienten gezielt Fragen zu seinen Symptomen, um erste Krankheiten ausschließen zu können. Eine Ohrenspiegelung mit dem Otoskop gibt Aufschluss über den Zustand von Gehörgang und Trommelfell. So kann der Arzt beispielsweise eine Gehörgangsentzündung, eine Mittelohrentzündung oder einen Paukenerguss meist schon erkennen.

Mit verschiedenen Stimmgabeltests kann die Suche weiter eingegrenzt werden. Ein Hörtest hilft, die vom Hörverlust betroffenen Frequenzbereiche zu identifizieren – damit erlaubt der Hörtest Rückschlüsse auf die zugrunde liegende Ursache. Blutuntersuchungen und Bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie und die Computertomographie helfen ebenfalls dabei, der Ursache für die Hörschwäche auf den Grund zu gehen. Ein Hörsturz ist beispielsweise schwer nachzuweisen und wird diagnostiziert, indem alle anderen möglichen Ursachen ausgeschlossen werden können.

Was tun bei einer chronischen Schwerhörigkeit auf einem Ohr?

Bei den meisten akuten Erkrankungen besteht eine gute Heilungsaussicht ohne gesundheitlich langfristige Folgen – wenn eine konsequente Behandlung durchgeführt wird. Doch es gibt auch Fälle, in denen ein einseitiger Hörverlust dauerhaft ist. Das ist oft bei Verletzungen, aber auch bei zu spät behandelten Krankheiten der Fall. Zum Glück muss heute niemand mehr mit einer einseitigen Schwerhörigkeit leben.

Moderne CROS-Hörgeräte können das räumliche Hören wiederherstellen und den einseitigen Hörverlust ausgleichen. Bei einer medizinischen Notwendigkeit werden CROS-Hörgeräte bis zu einem bestimmten Festbetrag von den Krankenkassen übernommen. Da bei einer einseitigen Schwerhörigkeit häufig auch ein Tinnitus vorliegt, verfügen viele CROS-Hörgeräte auch über einen integrierten Tinnitus Noiser. Bei Fragen zu CROS-Hörgeräten nehmen Sie Kontakt zu Ihrem Hörgeräteakustiker auf!

Einseitiger Hörverlust zusammengefasst

  • Einseitiger Hörverlust ist immer ein Grund, den HNO-Arzt aufzusuchen. Meist stecken behandlungsbedürftige Erkrankungen dahinter.
  • Schwerhörigkeit auf einem Ohr wird häufig von weiteren Symptomen wie Ohrengeräuschen, Ohrendruck, Ohrenschmerzen oder Schwindel begleitet.
  • Ein einseitiger Hörverlust ist problematisch, weil das Richtungshören nicht mehr funktioniert. Betroffene können sich in ihrer Umgebung schlechter orientieren.
  • Es gibt verschiedene mögliche Ursachen für eine einseitige Schwerhörigkeit, beispielsweise Virusinfekte, Gehörgangsentzündungen, Mittelohrentzündungen, Morbus Menière, Hörsturz oder Schädelverletzungen.
  • Der HNO-Arzt grenzt die Ursachen mit Hilfe von Untersuchungen, einem Hörtest und bildgebenden Verfahren ein.
  • Die Behandlung richtet sich stets nach der Ursache der Hörstörung.
  • In vielen Fällen ist die Prognose gut, wenn rechtzeitig eine Therapie eingeleitet wird. In Einzelfällen kann es jedoch auch zu einer chronischen einseitigen Hörstörung kommen.
  • Bei dauerhaftem einseitigem Hörverlust helfen CROS-Hörgeräte, der Schwerhörigkeit entgegenzuwirken und das Richtungshören wieder herzustellen.
  • CROS-Hörgeräte werden, wenn sie medizinisch notwendig sind, von der Krankenkasse bis zu einem Festbetrag übernommen. Viele CROS-Hörgeräte verfügen auch über einen integrierten Tinnitus Noiser.
  • Bei weiteren Fragen rund um das Thema CROS-Hörgeräte nehmen Sie Kontakt zu Ihrem Hörgeräteakustiker auf!

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