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Wasser im Ohr

Wasser im Ohr


Flüssigkeit in den Ohren entfernen. Ein ausgiebiges Bad, ein Besuch im Schwimmbad oder ein Tag am Meer – einfach herrlich! Weniger herrlich ist es, wenn es sich danach so anfühlt, als sei das Ohr verstopft. Wasser führt zu einem unangenehmen Völlegefühl im Ohr. Betroffene hören Geräusche wie durch Watte. Durch Ohrenschmalz-Partikel und die anatomischen Eigenheiten unseres Ohres ist es häufig gar nicht so einfach, das Wasser aus den Ohren zu entfernen. Doch gerade das ist besonders wichtig, denn sonst drohen ernste Folgen für die Gesundheit. Was bei Wasser im Ohr hilft und wann Sie zum HNO-Arzt sollten, lesen Sie in diesem Ratgeber.

Wenn sich Wasser im Ohr befindet, ist das für Betroffene ein ausgesprochen lästiges Gefühl: Ein unangenehmer Druck auf dem Ohr, häufig ist auch das Hörvermögen eingeschränkt. Geräusche klingen unnatürlich und dumpf, denn das Wasser sammelt sich direkt vor dem Trommelfell. So kann es nicht mehr richtig schwingen und den Schall nicht optimal übertragen. Dass Wasser im Ohrkanal eindringt, ist schnell passiert – es wieder zu entfernen kann jedoch häufig schwieriger sein, als man zunächst denkt.

Warum läuft Flüssigkeit im Ohr nicht einfach wieder ab?

Der Grund dafür liegt zum einen in der Anatomie unseres Gehörgangs. Er ist relativ eng und fällt zum Ende hin leicht ab. Dort, wo er in einem spitzen Winkel auf die Trommelfell-Membrane stößt, ist also eine Mulde. Hier kann sich das Wasser wie in einem kleinen Reservoir ansammeln. Es gibt noch einen zweiten Grund, aus dem das Wasser im Ohr nicht einfach wieder abläuft: Häufig befinden sich im Gehörgang Ablagerungen von Ohrensekret. Diese quellen bei Kontakt mit Nässe auf und blockieren den Ausgang des Ohres. Zusätzlich kann die Adhäsionskraft dafür sorgen, dass einzelne Wassertropfen am Trommelfell hängen bleiben und sich nicht lösen.

Gesundheitliche Risiken von Wasser in den Ohren

Zunächst einmal ist es kein Drama, wenn beim Baden oder Schwimmen Wasser ins Ohr geraten ist – zumindest, wenn das Ohr intakt ist. Das Trommelfell bildet eine natürliche Barriere und lässt keine Verunreinigungen oder Flüssigkeiten ins Innenohr. Anders sieht es dagegen aus, wenn ein Trommelfellriss vorhanden ist oder ein Paukenröhrchen eingesetzt wurde. In diesen Fällen sollte der Kontakt mit Wasser unbedingt vermieden werden.

Wird das Wasser nicht aus den Ohren entfernt, kann es jedoch zu gesundheitlichen Komplikationen kommen. Wasser aus dem Schwimmbad oder dem Badesee ist fast immer mit einer gewissen Konzentration an Bakterien belastet. Im warmen, wenig belüfteten Ohrenkanal können diese Keime sich schnell vermehren. Auch Pilze fühlen sich in dieser Umgebung wohl. Die Nässe weicht die Haut nach und nach auf – schnell entstehen schmerzhafte Entzündungen. Wird jetzt nicht eingegriffen, kann sich die Infektion ungehindert ausdehnen und im schlimmsten Fall vom Gehörgang auf das Trommelfell, das Mittelohr, das Innenohr und sogar die Hirnhaut ausdehnen.

Mit Schwimm-Stöpseln vorbeugen

Ob und wie leicht Wasser in den Gehörgang eindringt, ist auch eine Frage der individuellen Anatomie des Ohres. Wenn Sie zu Flüssigkeit im Ohr neigen oder regelmäßigen Schwimmsport treiben, sollten Sie vorbeugend Schwimm-Ohrstöpsel verwenden.

Was hilft bei Wasser im Ohr?

Es gibt mehrere Methoden, mit denen Wasser im Ohr zuhause entfernt werden kann. Die wichtigsten Tipps hier im Überblick:

  • Neigen Sie den Kopf zur Seite des betroffenen Ohres, so dass das Wasser aus dem Gehörgang hinauslaufen kann. Um den Effekt zu verstärken, ziehen Sie Ihre Ohrmuschel gleichzeitig nach hinten und oben. So wird der äußere Gehörgang gestreckt und die Flüssigkeit kann leichter abfließen.
  • Benutzen Sie einen Föhn, um die Flüssigkeit mit warmer Luft zu trocknen. Richten Sie den Föhn dazu aus sicherer Entfernung (mindestens 30 Zentimeter) und in niedrigster Wärmestufe etwa zwei Minuten lang auf das betroffene Ohr.
  • Einige Ratgeber empfehlen Gähn- und Kaubewegungen, um den Druck im Mittelohr zu erhöhen und den Gehörgang zu öffnen.
  • Pusten Sie, wie beim Druckausgleich, Luft in die Nase, während Sie sich die Nase zuhalten und den Mund geschlossen halten (Vasalva-Manöver).
  • Drücken Sie wiederholt leicht auf den Knorpelvorsprung vor der Ohrmuschel. So entsteht ein Gegendruck auf den Gehörgang.
  • Benutzen Sie Ohrenreinigungsspray und spülen Sie das betroffene Ohr mit einer Ohrendusche, um aufgequollenes Ohrenschmalz und Wasser zu entfernen.
  • Im Handel sind auch spezielle Ohrstöpsel erhältlich, die Flüssigkeit gezielt aus dem Gehörgang aufsaugen.

Was Sie bei Wasser im Ohr auf keinen Fall tun dürfen

Wenn Flüssigkeit von außen ins Ohr eindringt, sammelt sie sich im Außenohr, kurz vor dem Trommelfell. Flüssigkeitsansammlungen im Mittelohr werden in der Regel von Funktionsstörungen der Ohrtrompete, der sogenannten Eustachischen Röhre, verursacht. Die Ohrtrompete ist für die Belüftung und den Druckausgleich im Mittelohr zuständig. Ist sie blockiert, steigt der Druck im Mittelohr an, gleichzeitig wird es nicht mehr ausreichend belüftet. Die Folge: Sekret wird aus der Schleimhaut gesogen und sammelt sich an. Dies bezeichnet man als Paukenerguss. Gleichzeitig können Keime sich ungehindert vermehren und eine Mittelohrentzündung verursachen. Die Symptome von Paukenerguss sind denen von Wasser im Gehörgang sehr ähnlich.

Verspüren Sie also einen Druck und ein Völlegefühl im Ohr und hören plötzlich alles dumpf und unnatürlich, dann sollten Sie überlegen, ob Sie zuvor baden oder schwimmen waren. Dann könnte es sich um Wasser im Ohr handeln. Ist dies jedoch nicht der Fall, kann ein Paukenerguss vorliegen. Bei Verdacht auf Paukenerguss sollten Sie Ihrer Gesundheit zuliebe einen HNO-Arzt aufsuchen. Er kann mit abschwellenden Tropfen die Funktion der Ohrtrompete wieder herstellen. In schweren Fällen wird er das Sekret durch einen Schnitt im Trommelfell absaugen.

Wasser im Ohr zusammengefasst

  • Beim Baden, Schwimmen oder Tauchen gelangt schnell Wasser ins Ohr.
  • Die Flüssigkeit sammelt sich in einer spitz gewinkelten Mulde direkt vor dem Trommelfell und ist häufig nicht leicht zu entfernen.
  • In Kombination mit Ohrenschmalz bildet sich leicht ein Ohrenschmalzpfropfen.
  • Bleibt das Wasser länger im Ohr, können sich schmerzhafte Entzündungen bilden, die sich im schlimmsten Fall ausbreiten.
  • Mit einigen Tipps lässt sich Flüssigkeit im Ohr in der Regel auch zuhause entfernen – beispielsweise, indem Sie den Kopf zur Seite neigen. Auch ein Haartrockner kann helfen, die Flüssigkeit durch warme Luft zu trocknen.
  • Unter keinen Umständen sollten Gegenstände wie Wattestäbchen oder Stifte ins Ohr eingeführt werden.
  • Gelingt das Entfernen des Wassers nicht, sollte ein HNO-Facharzt aufgesucht werden.
  • Zur Vorbeugung von Flüssigkeit im Ohr sind Schwimm-Ohrstöpsel empfehlenswert.
  • Die Symptome eines Paukenergusses ähneln denen von Wasser im Ohr. Bei Verdacht auf Paukenerguss sollte ein HNO-Arzt konsultiert werden.

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