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Trommelfellperforation

Trommelfellperforation


Was tun bei einem Trommelfellriss? Gerade einmal einen Zehntel Millimeter ist unser Trommelfell dick. Zwar ist die feine Membrane sehr elastisch, doch manchen Belastungen kann sie nicht standhalten – und reißt. Eine sogenannte Trommelfellperforation entsteht häufig, wenn spitze Gegenstände ins Ohr eingeführt werden, um Ohrensekret zu entfernen. Doch auch ein Barotrauma bei Druckschwankungen, ein Knalltrauma bei Lärmüberlastung, ein Paukenerguss oder eine Mittelohrentzündung können Ursache für einen Trommelfellriss sein.

Fühlt sich das Ohr verstopft an, liegt der Verdacht auf zu viel Ohrenschmalz im Gehörgang nahe. Um das lästige Gefühl schnell loszuwerden, greifen viele Menschen nach dem nächstbesten, länglichen Gegenstand – einem Kugelschreiber oder einer aufgebogenen Büroklammer – und stochern damit in ihren Ohren herum, um das Ohrensekret zu entfernen. Oft mit fatalen Folgen: Spitze Gegenstände können zu schweren Verletzungen im Gehörgang führen – oder zu einem Trommelfellriss.

Ursachen der Trommelfellperforation

Die Membrane unseres Trommelfells reißt nicht einfach von alleine. Gewalteinwirkung oder Krankheiten sind meist die Ursache für einen Trommelfellriss. Das unmittelbare Durchstoßen des Trommelfells mit einem Gegenstand bezeichnen HNO-Fachärzte als direkte Trommelfellverletzung. Im Unterschied dazu spricht man von einer indirekten Trommelfellverletzung, wenn das Trommelfell durch starken Druck reißt.

Folgende Ursachen sind häufig für ein Trommelfellloch verantwortlich:

  • Fremdkörper: Ein Riss im Trommelfell wird oft von einem Fremdkörper im Ohr verursacht. Unfachmännische Reinigungsversuche mit spitzen Gegenständen können dazu führen, dass die Membrane versehentlich durchstoßen wird. Kleine Kinder stecken sich im Spiel manchmal Stifte oder Spielzeug in die Ohren.
  • Barotrauma: Auch beim Barotrauma, das durch Druckschwankungen verursacht wird, kann ein Trommelfellriss entstehen. Beim Tauchen oder beim Reisen im Flugzeug ist unser Körper einem schnell wechselnden Umgebungsdruck ausgesetzt. Dies führt dazu, dass sich das Luftvolumen in den Hohlorganen des Körpers verändert. Steigt der Umgebungsdruck, beispielsweise beim Abtauchen, entsteht im Mittelohr ein Unterdruck. Das Trommelfell wird nach innen gesogen und reißt. Besonders tückisch: Beim Tauchen kann durch das Loch im Trommelfell Wasser ins Mittelohr dringen und dabei Keime hinein schwemmen, die zu Entzündungen führen.
  • Mittelohrentzündungen: Auch die Mittelohrentzündung zählt zu den Krankheiten, bei denen sich Sekret im Ohr ansammeln kann. Ähnlich wie beim Paukenerguss kann auch hier das Trommelfell durch den Druck der Flüssigkeitsansammlung reißen.
  • Knalltrauma: Von einem Knalltrauma spricht man, wenn das Ohr durch einen kurzen, heftigen Schalldruck geschädigt wird. Ursachen können eine Explosion, ein Feuerwerkskörper oder ein Gewehrschuss sein. Die starken Schallwellen können nicht nur die Gehörknöchelchen und das Innenohr verletzen, sondern auch zu einem Loch im Trommelfell führen.

Symptome einer Trommelfellperforation

Das Trommelfell ist hochsensibel und wird von fein verästelten Nervenfasern durchzogen. Entsprechend wird ein Trommelfellriss in der Regel von einem stechenden, starken Schmerz im Ohr begleitet. Bei einer direkten Trommelfellverletzung durch einen Fremdkörper ebbt dieser Schmerz meist schnell wieder ab.

Je nach Ursache für das Trommelfellloch können die Symptome unterschiedlich sein. Bei einem Barotrauma nehmen die Schmerzen nach dem Trommelfellriss in der Regel nicht ab, da auch die weiteren Druckverletzungen im Mittelohr sehr schmerzhaft sein können. Ist ein Paukenerguss die Ursache, können Schmerzen und ein unangenehmer Druck auf den Ohren dem Trommelfellriss vorausgehen. Ist das Sekret jedoch durch das Loch im Trommelfell abgelaufen, verbessern sich die Beschwerden meist. Ein Knalltrauma wird von Hörverlust und Tinnitus begleitet.

Zu den weiteren möglichen Symptomen einer Trommelfellperforation gehören:

  • Hörverlust: Ein leichter Hörverlust tritt nach dem Trommelfellriss ein, da die Membrane nicht mehr ungehindert schwingen kann.
  • Blutungen: Je nach Schwere der Trommelfellverletzungen kann es zu Blutungen aus dem Ohr kommen.
  • Schwindel: Auch Schwindelgefühle können zu den Begleiterscheinungen einer Trommelfellperforation gehören.
  • Übelkeit: Ein Riss im Trommelfell kann von kurzfristiger Übelkeit begleitet werden.

Risiken einer Trommelfellperforation

Die Membrane des Trommelfells ist eine natürliche Barriere und hält Fremdkörper, aber auch Bakterien und Krankheitserreger davon ab, tiefer ins Ohr zu gelangen. Durch ein Loch im Trommelfell können diese nun ungehindert eindringen. Daher entsteht als Folgeerkrankung der Trommelfellperforation häufig eine Mittelohrentzündung. Mittelohrentzündungen äußern sich durch starke Ohrenschmerzen, oft begleitet von Hörverlust. Eine Mittelohrentzündung muss vom Hals-Nasen-Ohren-Facharzt behandelt werden – ohne Therapie kann es zu schwerwiegenden Komplikationen kommen.

Diagnose einer Trommelfellperforation

Bei Verdacht auf ein Loch im Trommelfell sollte umgehend ein HNO-Facharzt aufgesucht werden. Der HNO-Arzt führt eine Anamnese durch und stellt gezielt Fragen, um der Ursache des Trommelfellrisses auf den Grund zu gehen. Mit Hilfe eines Otoskops und eines Ohrenmikroskops kann er sich ein genaues Bild vom Zustand des Trommelfells machen. Je nachdem, welche Ursache dem Trommelfellriss zugrunde liegt, wird er möglicherweise noch weitere Untersuchungen oder Hörtests durchführen, um eine differenzierte Diagnose stellen zu können.

Therapie einer Trommelfellperforation

In der Regel heilt ein Trommelfellriss von alleine ab. Häufig verschreibt der Arzt Antibiotika, um einer Infektion vorzubeugen – vor allem dann, wenn beim Tauchen Wasser in die Ohren eingedrungen ist. In schweren Fällen kann eine Operation erforderlich sein. Dabei werden die losen Enden des Trommelfells mit Hilfe einer Silikonfolie geschient, damit sie wieder zusammenwachsen können. Wurde zu viel der ursprünglichen Membrane zerstört, wird das Trommelfell mit körpereigenem Gewebe rekonstruiert (Myringoplastik). Die Prognose ist bei einem Loch im Trommelfell in aller Regel sehr gut – lediglich in sehr schweren Fällen kann es zu Vernarbungen und dauerhaften Hörschäden kommen.

Vorbeugung einer Trommelfellperforation

Es gibt verschiedene Maßnahmen zur Prophylaxe eines Trommelfelllochs:

  • Fachmännische Ohrenreinigung: Überschüssiges Ohrensekret sollte fachmännisch vom HNO-Arzt entfernt werden. So kann Verletzungen im Gehörgang und Trommelfellrissen vorgebeugt werden. Wer seine Ohren lieber selbst säubern möchte, sollte eine Ohrendusche verwenden.
  • Befreiende Nasensprays: Um einem Paukenerguss entgegenzuwirken, sollten bei Infekten stets abschwellende Nasensprays verwendet werden. So wird der Hals-Nasen-Raum freigehalten und die Paukenhöhle wird weiterhin belüftet.
  • Druckausgleich: Um einem Barotrauma vorzubeugen, sollte beim Fliegen stets ein Druckausgleich gemacht werden. Bei Schnupfen oder Infekten sollte auf Tauchgänge unbedingt verzichtet werden.
  • Gehörschutz: Einem Trommelfellriss durch eine Lärmüberlastung kann am besten durch einen Ohrenschutz vorgebeugt werden.

Trommelfellperforation zusammengefasst:

  • Die häufigsten Ursachen für einen Trommelfellriss sind Fremdkörpereinwirkung, Mittelohrentzündung, Paukenerguss, Barotrauma und Knalltrauma.
  • Zu den unmittelbaren Symptomen einer Trommelfellperforation gehört ein kurzer, stechender Schmerz, teilweise begleitet von Hörverlust, Blutungen, Schwindel und Übelkeit.
  • Bei Verdacht auf einen Trommelfellriss sollte umgehend ein HNO-Arzt aufgesucht werden.
  • Zur Therapie werden oft Antibiotika eingesetzt, um Infekten vorzubeugen.In der Regel heilt ein Loch im Trommelfell von alleine ab, in schweren Fällen kann eine Operation erforderlich sein.
  • Für weitere Informationen zum Thema Trommelfellperforation nehmen Sie Kontakt zu Ihrem HNO-Arzt auf.

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