HörenKrankheiten

Ohrenjucken

Ohrenjucken


Ursachen und Behandlung von Juckreiz im Ohr. Es kann einen schier auf die Palme treiben: Juckende Ohren sind nicht nur extrem lästig, sondern können auch Anzeichen einer Infektion oder Erkrankung sein. So schwer es auch fällt: Lassen Sie die Finger von Wattestäbchen oder anderen Gerätschaften, um sich im Ohr zu kratzen. Das hilft vielleicht kurzfristig – verschlimmert das Ohrenjucken aber mittelfristig nur und kann zu schmerzhaften Entzündungen führen.

Wenn das Ohr juckt, ist das für Betroffene ausgesprochen unangenehm. Der quälende Juckreiz hört einfach nicht auf – bis man letztlich doch mit dem kleinen Finger oder dem Kugelschreiber im Ohr kratzt. Doch genau das ist verkehrt. Denn durch das Kratzen im Ohr wird die empfindliche Haut im Gehörgang gereizt. Schnell entstehen kleine Verletzungen, in die Bakterien eindringen können – und zu dem quälenden Jucken im Ohr gesellen sich pochende Ohrenschmerzen. Zudem besteht immer die Gefahr, dass versehentlich das Trommelfell durchstoßen wird (Trommelfellperforation).

Ursachen von Juckreiz im Ohr

In der Regel tritt Ohrenjucken nicht grundlos auf, sondern ist das Symptom einer Infektion oder einer anderen Erkrankung. Wenn das Ohr juckt, sollten Sie daher lieber Hilfe bei Ihrem HNO-Arzt suchen. Er geht den Ursachen des Ohrenjuckens auf den Grund und verordnet eine geeignete Behandlung. Mögliche Ursachen für juckende Ohren sind beispielsweise:

  • Gehörgangsentzündung: Eine der häufigsten Ursachen für Jucken im Ohr ist ein entzündeter Gehörgang. Dazu kommt es oft bei falscher Ohrenhygiene und zu häufigem Entfernen von Ohrenschmalz. Das Ohrensekret schützt und pflegt die Haut im Ohrenkanal und sollte im Normalfall nicht entfernt werden. Vor allem Wattestäbchen können die Haut im Gehörgang durch Reibung reizen und damit anfällig für Keime und Pilzsporen machen. Auch der häufige Kontakt mit Feuchtigkeit, beispielsweise beim Baden oder Schwimmen, kann Gehörgangsentzündungen hervorrufen. Das regelmäßige Tragen von Ohrstöpseln oder Hörgeräten kann die Belüftung des Ohres verschlechtern und das Risiko für eine Gehörgangsentzündung erhöhen. Neben dem Jucken im Ohr sind auch Schmerzen und Ohrenausfluss Symptome für eine Gehörgangsentzündung.
  • Allergien: Unser Gehörgang kommt häufig in Kontakt mit verschiedenen Kosmetikartikeln. Duschgel, Haarshampoo, Haarspülung oder Haarspray sind nur einige der Mittel, die bei ihrer Verwendung ins Ohr eindringen können. Diese Produkte beinhalten Substanzen, die Allergien auslösen und zu juckenden Ohren führen können. In seltenen Fällen kann das Jucken im Ohr auch eine Begleiterscheinung von Heuschnupfen sein.
  • Ohrenschmalzmangel: Viele Menschen entfernen Ohrensekret zu häufig – doch es kommt auch vor, dass der Körper von Natur aus zu wenig Ohrenschmalz produziert. In diesem Fall wird die Haut im Gehörgang trocken und fängt an zu jucken.
  • Hautkrankheiten: Es gibt eine ganze Reihe an Erkrankungen der Haut, die auch im Ohr auftreten und Jucken sowie Ohrenschmerzen hervorrufen können. Dazu gehören beispielsweise Ekzeme, Schuppenflechte oder Akne.
  • Pickel im Ohr: Verstopfen die Hautporen im Ohr – beispielsweise durch abgestorbene Hautschüppchen oder Cerumen – sammelt sich Talg in den Talgdrüsen an. Die Bakterien in den Talgdrüsen vermehren sich und Pickel können entstehen. Ein Pickel im Ohr verursacht oft Schmerzen und Juckreiz.
  • Furunkel im Ohr: Ein Furunkel ist ein entzündeter Haarfollikel. Die Entzündung kann sich auf das umliegende Gewebe ausbreiten und zu starkem Ohrenjucken sowie Ohrenschmerzen führen.

Behandlung von Ohrenjucken

Was hilft nun gegen den Juckreiz im Ohr? Auf diese Frage kann man nicht pauschal antworten. Wenn das Ohr juckt, sollte jedoch von eigenen Behandlungsversuchen Abstand genommen werden – kompetente Hilfe erhalten Sie bei Ihrem HNO-Arzt. Er kann die zugrundeliegende Ursache herausfinden und die Beschwerden angemessen therapieren. Mit einer Ohrenspiegelung (Otoskopie) kann er sich schnell einen Eindruck vom Zustand des Gehörganges machen. Falls notwendig, macht er einen Abstrich, um ihn im Labor untersuchen zu lassen.

Bei einer Gehörgangsentzündung oder einem Pickel reinigt er die Ohren schonend und behandelt Entzündungen mit Mullstreifen, die mit Medikamentenlösungen getränkt sind. Bei einem schwer entzündeten Furunkel kann der Arzt eine kleine Operation vornehmen und das Furunkel aufschneiden, um eine Ausbreitung der Entzündung zu verhindern. Gegen die Symptome werden häufig juckreizstillende, schmerzlindernde und entzündungshemmende Ohrentropfen oder Ohrensalben eingesetzt.

Ohrenjucken vorbeugen

Nicht immer kann man juckenden Ohren vorbeugen. Doch einige Maßnahmen können helfen, das Risiko für juckende Ohren zu reduzieren. Dazu gehören:

  • Ohrenreinigung: Grundsätzlich sollte nur die Ohrmuschel, nicht der Ohrenkanal gereinigt werden. Wer unter einer Ohrenschmalz-Überproduktion leidet, sollte das überschüssige Ohrensekret regelmäßig bei einem Arzt entfernen lassen. Eine schonende Methode, die Ohren zuhause zu reinigen, ist die Ohrendusche. Niemals sollten Wattestäbchen oder andere Gegenstände bei der Reinigung ins Ohr eingeführt werden.
  • Schwimmstöpsel: Bei häufigem Baden oder Schwimmen können wasserdichte Ohrenstöpsel gegen das Eindringen von Wasser in den Gehörgang helfen – und Entzündungen damit vorbeugen.
  • Hygiene: Wer häufig Ohrenstöpsel trägt, sollte auf die regelmäßige Reinigung und Desinfektion der Stöpsel achten. Dasselbe gilt auch für Hörgeräte. Längere Tragepausen sorgen dafür, dass das Ohr belüftet wird und sich Bakterien nicht ausbreiten können.
  • Kosmetikprodukte: Achten Sie darauf, Seifen und Shampoos mit hautfreundlichen Inhaltsstoffen zu verwenden. Spezielle antiallergische Kosmetikartikel verzichten auf Parfums und Konservierungsstoffe und sind daher besonders schonend.

Ohrenjucken zusammengefasst:

  • Juckreiz im Ohr ist sehr unangenehm – es sollte aber auf keinen Fall gekratzt werden. Vor allem die Benutzung von spitzen Gegenständen führt schnell zu Verletzungen.
  • Mögliche Ursachen für juckende Ohren sind Gehörgangsentzündungen, Allergien, Hautkrankheiten, Pickel oder Furunkel im Ohr.
  • Bei Jucken im Ohr sollte stets der HNO-Arzt aufgesucht werden, um der Ursache auf den Grund zu gehen.
  • Mit einer Otoskopie kann der Arzt den Gehörgang untersuchen und den Auslöser für den Juckreiz finden.
  • Die Behandlung des Ohrenjuckens richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Meist erfolgt die Therapie mit entzündungshemmenden Ohrentropfen. Gegen den Juckreiz hilft ein juckreizstillendes Medikament.
  • Es gibt einige Maßnahmen, mit denen man das Risiko für Jucken im Ohr reduzieren kann.
  • Die Entfernung von überschüssigem Ohrenschmalz am besten vom HNO-Arzt vorgenommen werden. Mit Wattestäbchen sollte niemals im Ohr gebohrt werden. Schwimmstöpsel beugen Infektionen durch den häufigen Kontakt mit Wasser vor.
  • Ohrenstöpsel und Hörgeräte müssen regelmäßig gereinigt und desinfiziert werden.
  • Bei Kosmetikprodukten sollte auf hautfreundliche Inhaltsstoffe geachtet werden.
  • Bei Fragen rund um juckende Ohren sprechen Sie Ihren HNO-Arzt an – er kann Antworten zu allen Fragen zum Thema Jucken im Ohr beantworten.

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