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Hörverstärker

Hoerverstaerker


Eine Alternative zum Hörgerät? Sogenannte Hörverstärker ähneln in Aufbau und Funktionsprinzip einem echten Hörgerät. Im Vergleich zu diesem kann man sie jedoch ganz einfach ohne ärztliche Verordnung bei Amazon, Ebay & Co kaufen – und das für den Bruchteil des Preises, den ein medizinisches Hörgerät kostet. Hörverstärker sind als kurzzeitige Hilfsmittel gedacht und können ein Hörgerät nicht ersetzen. Zudem gibt es Risiken – und die sind nicht unerheblich.

Natürlich ist es verlockend – insbesondere für Einsteiger: Hörverstärker sehen auf den ersten Blick aus wie ein Hörgerät, sind aber bereits ab einem Preis von etwa 20 Euro zu haben. Jedermann kann sie, ohne umständlichen Arztbesuch oder Hörtest, einfach bei Amazon, Ebay oder im Handel kaufen. Sie versprechen besseres Hören – und erinnern in ihrem Funktionsprinzip tatsächlich an ein richtiges Hörgerät: Ein Mikrofon nimmt Geräusche auf, verstärkt sie und gibt sie über den im Ohr befindlichen Hörer wieder aus. Der Hörverstärker wird als Hörunterstützung für den kurzzeitigen Einsatz angeboten – also beispielsweise für Kinobesuche oder Partys. Die Artikel funktionieren mit Batterien oder Akku – je nach Modell.

Hörverstärker sind keine Hörgeräte

Lauter hören ab 20 Euro – was kann man da schon verkehrt machen? Eine ganze Menge. Denn zum einen ist lauteres Hören nicht gleich besseres Hören. Hörverstärker sind keine medizinischen Hörhilfen. Das Gerät ist technisch sehr einfach konstruiert und verstärkt alle Geräusche undifferenziert. Störende Umgebungsgeräusche werden nicht herausgefiltert, Rückkopplungseffekte im Ohr nicht unterdrückt.

Es gibt keine professionelle Anpassung an die individuellen Hörbedürfnisse – und auch keinen kompetenten Ansprechpartner bei Problemen. Ein komfortables Hören in passabler Klangqualität ist mit einem solchen Artikel nicht möglich – erst recht kein gutes Sprachverstehen in anspruchsvollen Hörsituationen. Technisch sind die Geräte also nicht vergleichbar mit medizinischen Hörsystemen, die in jahrzehntelanger, aufwändiger audiotechnologischer Forschung entwickelt wurden, über umfangreiche Ausstattung und individuelle Höranpassungen verfügen.

Hörverstärker im Test

Im Gegensatz zu Hörgeräten müssen die freiverkäuflichen Hörverstärker keinerlei Qualitätskontrollen bestehen oder gesetzliche Vorgaben erfüllen. Das kann fatale Folgen haben. Amerikanische Wissenschaftler haben einen Hörverstärker-Test durchgeführt und kamen zu teilweise alarmierenden Ergebnissen. Denn die Geräte haben nicht nur ein sehr begrenztes Leistungsrepertoire – sie können das Gehör sogar schädigen. Selbst produzierte, laute Töne, wie sie bei Rückkopplungseffekten entstehen, können die Ohren belasten. Das kann bei einer modernen medizinischen Hörhilfe nicht passieren.

Bei Hörschwäche besser direkt zum HNO-Facharzt

Hinzu kommt: Wer bei einer vorliegenden Hörschwäche zu spät zum HNO-Arzt geht, riskiert, dass das Gehirn die Verarbeitung der Frequenzen, die durch den Hörverlust nicht mehr gehört werden können, verlernt. Im Klartext heißt das: Je länger bei einer Schwerhörigkeit mit einer professionellen Versorgung durch ein medizinisches Hörgerät gewartet wird, desto schwieriger ist die Gewöhnung an das Hörgerät – und desto größer ist das Risiko, dass bestimmte Frequenzen auch mit Hörsystemen nicht mehr zurückgeholt werden können. Anstatt eine gering ausgeprägte Hörschwäche also zeitweilig mit einem Hörverstärker kompensieren zu wollen, sollten Betroffene lieber direkt zum HNO-Facharzt gehen.

Hörverstärker und Hörgeräte im Preisvergleich

Im Leistungsvergleich und im Sicherheits-Check ist der Hörverstärker dem Hörgerät also deutlich unterlegen. Auch im Preisvergleich schneidet der Hörverstärker letztlich schlechter ab – wenn man einkalkuliert, dass hochwertige medizinische Hörgeräte dank der Zuzahlung der Krankenkassen oft schon zum Nulltarif zu haben sind. Patienten müssen lediglich die gesetzliche Zuzahlung von 10 Euro pro Gerät leisten.

Warum sollten Sie also einen minderwertigen und im schlimmsten Fall sogar gesundheitsgefährdenden Hörverstärker für 20 Euro kaufen, wenn Sie bereits für 10 Euro Zuzahlung ein modernes, volldigitales Hörsystem vom Akustiker erhalten? Für den Mindestkaufpreis von 20 Euro für einen Hörverstärker erhalten Sie dank Krankenkassenübernahme sogar zwei audiotechnologisch hochentwickelte, medizinische Hörgeräte mit umfassenden Features, brillanter Klangqualität, optimiertem Sprachverstehen und hervorragendem Komfort. Bei genauem Hinsehen kann der Hörverstärker also auch im Preisvergleich nicht punkten.

Der Hörgeräte-Kauf ist etwas aufwändiger

Im Vergleich zum Hörgerät ist ein Hörverstärker tatsächlich schneller und einfacher zu erwerben. Doch der Kauf eines modernen Hörgerätes ist nicht so kompliziert, wie es zunächst erscheinen mag. Nach einem Besuch bei Ihrem HNO-Facharzt und einem völlig schmerzlosen Hörtest erhalten Sie eine ärztliche Verordnung für Ihr Hörgerät. Ihr Hörgeräteakustiker berät Sie kostenlos und kompetent über die für Sie optimale Hörhilfe. Bei ihm können Sie auch Geräte unverbindlich probetragen.

Wenn Sie sich für ein Hörsystem entschieden haben, wickelt Ihr Akustiker die Abrechnung direkt über die Krankenkasse ab. Ihr Hörgeräteakustiker stellt Ihnen Ihr Hörgerät nicht nur individuell auf Ihre Bedürfnisse ein, sondern steht Ihnen auch jederzeit nach dem Kauf zur Seite – beispielsweise für Neueinstellungen, professionelle Reinigungen oder alle Fragen rund um Ihr Hörgerät. Die Anschaffung eines medizinischen Hörgerätes ist also zu Beginn mit etwas mehr Aufwand verbunden – dafür profitieren Sie aber nachhaltig davon.

Hörverstärker zusammengefasst:

  • Artikel zur Hörverstärkung kann man sehr günstig über Amazon oder Ebay kaufen. Sie sind jedoch keine dauerhafte Lösung und beinhalten teilweise sogar gesundheitliche Risiken.
  • Einige Hörverstärker sehen auf den ersten Blick aus wie Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte, sind aber nicht mit diesen zu verwechseln. Es gibt Hörverstärker mit Batterien und mit Akku.
  • Sie funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip, verfügen aber über eine deutlich weniger hochentwickelte Technik. Sie sind in erster Linie als kurzzeitige Hörunterstützung für Kinobesuche oder Gespräche gedacht.
  • Im Unterschied zu Hörgeräten verstärkt ein Hörverstärker alle Geräusche undifferenziert. Durch selbst produzierte Geräusche wie Rückkopplungseffekte können manche Hörverstärker das Gehör sogar schädigen.
  • Manche Produkte zur Hörverstärkung tragen medizinisch anmutende Namen – wie die Artikel des Herstellers Newgen Medicals. Es handelt sich dabei jedoch nicht um echte medizinische Hilfsmittel, sonder lediglich um eine kurzzeitig einsetzbare Hörunterstützung.
  • Im Preisvergleich schneiden Hörverstärker nur auf den ersten Blick günstiger ab. Sie sind bereits ab etwa 20 Euro zu haben. Durch die Krankenkassenübernahme erhalten Sie medizinisch notwendige moderne Hörgeräte kostenfrei und zahlen lediglich die gesetzliche Zuzahlung von 10 Euro pro Gerät.
  • Der Kauf eines Hörgerätes ist etwas aufwändiger als der Kauf eines Hörverstärkers. Doch durch die hochentwickelte Technik und die dauerhafte Unterstützung Ihres Hörgeräteakustikers profitieren Sie nachhaltig davon.

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